Minimalismus und Sicherheit im Alltag

Das die Sicherheit ein Grundbedürfnis von uns Menschen ist, haben wir schon mehrmals angesprochen bzw. ist wahrscheinlich den meisten bekannt.

Wir safety- und security Experten stehen oft vor der Herausforderung die Sicherheitsanforderungen einfach und handhabbar an die organisatorischen Bedürfnisse anzupassen.

Diese Anpassung gelingt uns nicht immer und sorgt dafür, dass die Regelungen oftmals nicht umgesetzt, umgangen oder gar außer Kraft gesetzt werden. Der Mensch bringt immer wieder Energie auf um Regelungen und Vorrichtungen außer Kraft setzen zu können.

Die besten Sicherheitseinrichtungen / -Vorgaben bringen der Organisation wenig, wenn sie wirkungslos sind. Die Sicherheitsmaßnahme muss von uns safety- und security Experten muss daher immer einfach formuliert und umsetzbar sein.

Wir in der Sicherheitsbubble neigen immer wieder dazu Normen und Regelwerke eins zu eins umsetzen zu wollen. Noch schlimmer … wir argumentieren oft mit den Regelwerktexten auf Punkt und Beistrich.

Die Fachexpertise ist notwendig und wichtig für die Hilfestellung in der Organisation. Keine Frage. Punkten wir damit? Achtung spoiler –> nein. Der einzige Vorteil ist, dass vielleicht eine rechtssichere Umgebung geschaffen wird. Aber auch nur vielleicht. Wie wir wissen, müssen die organisatorischen Regelungen bekannt und vor allem verständlich sein.

Wie schaffen wir es also. Der Minimalismus muss auch in unsere Sicherheitsköpfe. Folgende Ziele müssen immer gegeben sein:

  • Bringt die Maßnahmen einen Sicherheitsgewinn?
  • Ist die Maßnahme einfach – on point – formuliert?
  • Ist die Maßnahme einfach umzusetzen?
  • Kann der Mehrwert der Maßnahmen einfach kommuniziert werden (start with why)

Ich denke die Sicherheitsbubble kann sich hier jetzt selbst ertappen. Wir alle kennen die Fachexperten die zu sehr in der Materie sind den Hang zur Dramaturgie haben.

Ein Beispiel noch. Dieses Beispiel kostet jeder Organisation viel Zeit und vor allem Kraft.

Eine Mitarbeiterin kommt von einer Weiterbildungsveranstaltung wieder in die Organisation und berichtet über rechtliche Fallstricke, argumentiert selbst mit Angst und beginnt Regelwerke und Gesetze auf Punkt und Beistrich vorzutragen und hinterfragt jede Maßnahme.

Die Organisation ist spätestens ab diesem Moment gefordert. Die Zeit und Energie die Mitarbeiterin wieder abzuholen ist gut investiert und sollte keinesfalls missachtet werden. Der viel zitierte Unterschied zwischen Theorie und Praxis.

Wir verurteilen oft die Situation, dass alle einklagbar ist und jeder jeden verklagen kann. Dennoch fallen wir, gerade in der Sicherheitsbubble, immer wieder darauf hinein.

Die Sicherheitsanforderungen ergeben Sinn und sind notwendig. Auch wenn sie nur anhand von Regelwerken argumentiert werden. Jede umgangene Sicherheitsvorschrift ist für eine Organisation gefährlich. Die möglichen Kettenreaktionen sind, von den Manipulatoren, nur schwer im Vorfeld abzuschätzen.

Wie können wir das verhindern?

Zugegeben, diese Frage ist in diesem Absatz des Blogpostings sicher nicht vollständig zu beantworten. Ich möchte dir aber jetzt mögliche Denkrichtungen mitgeben.

  • Welchen Sinn hat die Maßnahme? Wo ist der unmittelbare Nutzen für die betroffenen Menschen? Wenn wir Sicherheitsexperten es schaffen die wesentlichen Punkte des Nutzens einfach(!) erklären zu können, haben wir viel erreicht. Die strikte Einhaltung von Regelwerken zählt hier nur bedingt 😉
  • Warum wird die Maßnahme zum jeweiligen Zeitpunkt umgesetzt? Auch ein alltime-classic in der Gegenargumentation. Das bekannte … das hatten wir früher auch nicht. Hier dürfen und sollten wir ruhig auf die laufenden Veränderungen innerhalb der Organisation, der Umwelt und der Menschen hinweisen. Wissenschaftliche Erkenntnisse können einfach erklärt einfließen.
  • Persönlicher Nutzen. Hier sind unsere kreativen Gehirnzellen gefordert. Von der persönlichen Unversehrtheit über Werteschutz innerhalb der Organisation ist alles erlaubt.

Vielleicht finden sich durch die neue Sicherheitsmaßnahme auch Verbesserungen im täglichen Arbeitsalltag. All diese Punkte gilt es den Anwenderinnen und Anwendern näher zu bringen.

Sicherheitsmaßnahmen, egal welcher Art, sind nur so wirkungsvoll wie sie umgesetzt werden. Als Organisation ist es ratsam, dass wir alle Anwenderinnen und Anwender auch informieren, welche Konsequenzen eine Manipulation und außer Kraft setzen von Sicherheitsmaßnahmen nach sich ziehen kann. Der safe-haven ist nur safe, wenn alle dieses Ziel verfolgen.

Liebe Sicherheitsexperten, versuchen wir gemeinsam anwendbare Lösungen zu fi nden und kommunizieren wir sie angemessen.

Liebe Organisationsteilnehmer, setzen wir die safety und security Anforderungen um. Manipulieren wir nicht. Sollten wir uns durch die Sicherheitsanforderungen gelähmt fühlen bringen wir Verbesserungsvorschläge ein.

bis demnächst in diese Theater.

stay safe and make some noise.

meier & out

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