Was ist Sicherheit

Das Thema Sicherheit ist in aller Munde. So ziemlich jeder Mensch ist in der Lage beim Thema Sicherheit mitzureden und seine Meinung einfliesen lassen (zu wollen).

Soweit so gut. Sicherheit geht uns alle an! Davon bin ich überzeugt, das lebe und vor allem fördere ich.

Ich stelle mir jedoch oft die Frage ob wir alle von der selben Sicherheit sprechen?

  • Meinen wir alle dieselben notwendigen Maßnahmen?
  • Sind wir bereit für vollumfängliche Sicherheit?
  • Wollen wir manche Sicherheitsmaßnahmen bewusst nicht ansprechen / umsetzen?
  • Sind wir für umfassende Sicherheitsforschung bereit?

Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety

Benjamin Franklin

Was sind für Sicherheit alles bereit aufzugeben? Diese Frage kann wahrscheinlich nicht so einfach beantwortet werden. Wir müssen jedoch bereit sein uns selbst kritische Fragen zum Thema Sicherheit stellen zu können.

Kommen wir kurz zum Versuch einer Definition von Sicherheit.

Die maslow´sche Bedürfnispyramide wird oft publiziert. Eines der Grundbedürfnisse von uns Menschen auf der Erde ist Sicherheit.

Die maslow´sche Theorie geht davon aus, dass der Mensch das Bekannte dem unbekannten vorzieht. Eine Redewendung, passend zum Thema, ist „das haben wir doch immer schon so gemacht“ 😉

Klar ist, dass diese Lebenseinstellung eines klar zeigt. Die Theorie kann hier bestätigt werden, da neues immer mit Unsicherheiten verbunden ist. Stabiliät und Ordnung ist Teil des Sicherheitsbedürfnisses.

Zum Sicherheitsbedürfnis kann und muss auch das Thema Schutz hinzugezählt werden. Wir benötigen in diesem Kontext also ein System das den Menschen

  • Schutz
  • Ordnung
  • Stabilität

gibt. Der maslow’schen Theorie nach müssen diese drei Punkte erfüllt sein, um das Bedürfnis „Sicherheit“ zu erfüllen.

Zum Thema Sicherheit können wir also folgende Bedürfnisse zählen:

  • Körperlicher Schutz
  • Seelische Unversehrtheit
  • Finanzielle Absicherung
  • Soziale Sicherheit

So theoretisch all diese Punkte klingen so praxisnah sind sie auch. In meinem Sicherheitsalltag kann ich (zumindest theoretisch) alle meine Projekte auf diese Punkte herunterbrechen.

Ich bin der Meinung, dass wir alle nach einem „safe haven“ streben. Wir alle diesen Platz brauchen wo wir uns in allen Punkten sicher und vor allem gut aufgehoben fühlen.

Die Definition von Sicherheit

Auch wenn du die gleiche Sprache sprichst, bin ich der Meinung, dass wir Menschen nicht immer die gleichen Dinge meinen. Machen wir einen Systemabgleich.


Wikipedia meint zum Thema Sicherheit:

Sicherheit bezeichnet allgemein den Zustand, der für Individuen, Gemeinschaften sowie andere Lebewesen, Objekte und Systeme frei von unvertretbaren Risiken ist oder als gefahrenfrei angesehen wird.

Wikipedia

Damit ist alles gesagt, oder?

Nein, meiner Meinung nach nicht. Wir wissen mit dieser Begründung, dass Sicherheit ein Zustand ist, keine Gefährdung vorhanden ist und ein vertretbares Restrisiko gegeben ist.

Was bedeutet keine Gefährdung? Kann dieser Zustand erreicht werden? Dieser Definition muss ich ganz klar widersprechen. Wir leben teilweise in dem Irrglaube, dass wir alle Gefährdungen in irgendeiner Art managen und handeln können.

Der berühmte Schmetterling im Amazonas, dessen Flügelschlag am anderen Ende der Welt eine Katastrophe auslösen kann widerlegt diese Art von Definition. Die Folgenabschätzung ist eine Wissenschaft für sich. Ziel ist immer, etwaige (negative) Auswirkungen auf Systeme (technisch und organisatorisch) zu erkennen und deren Folgen zu minimieren. Viele negative Auswirkungen können nicht ausgeschlossen werden.

Im deutschsprachigen Raum verwenden wir für viele Sicherheitsthemen gerne das Wort Sicherheit. Wir meinen damit oft unterschiedliche Dinge. In der Gesprächsführung von Safety- / Securityexperten sorgen die unterschiedlichen Themen dann oftmals für Unstimmigkeiten bzw. Missverständnissen. Im englischen wird eindeutig zwischen safety und security unterschieden.

  • Safety
    • Unabsichtliche Gefährdungen wie zB Gefährdungen durch:
    • Maschinen
    • Technsiche Einflüsse
    • Beschaffen von Arbeitsmitteln und -stätten
    • Umwelteinflüssen
  • Security
    • Behandelt Gefährdungen durch absichtliche Aktionen durch Menschen wie zB
    • Raub
    • Cyberangrife
    • Einbrüche

Kurz und frei interpretiert:

Safety schützt die Umgebung vor der Blackbox während Security die Maßnahmen zum Schutz der Blackbox behandelt.

Wie kann Sicherheit funktionieren?

Das heutige Thema des Blogpostings könnte und kann Bücher und jede Menge Blogpostings füllen. Es wird in der Zukunft weitere Textmeldungen von mir zu diesem Thema geben. Mit diesem Blogposting wollte ich dir einen kurzen Einblick zum Thema Sicherheit allgemein geben.

Die Grundlegende Frage ist wie Sicherheit funktionieren kann bzw. muss. Wie erreichen wir tagtäglich ein hohes Maß an Sicherheit. Was sind wir bereit dafür zu tun und wer ist dafür verantwortlich?

Als gelernter Österreicher weiß ich, dass immer jemand zuständig und verantwortlich sein muss. Diese Funktion soll und muss dann alles umsetzen, um Sicherheit zu erreichen. FALSCH! Dieser Ansatz ist schlichtweg falsch.

Das Thema Sicherheit – bleiben wir beim österr. Wording – geht uns alle an. Wir können Sicherheit nicht als stand-alone-Thema betrachten. Dafür ist es zu wichtig und es gibt vor allem zu viele erforderliche Schnittstellen.

Wenn wir Sicherheit erreichen wollen, müssen alle Zahnräder perfekt auf einander abgestimmt sein und gut ineinandergreifen. Interessant wird es mit der Sicherheit im Alltag, wenn safety auf security trifft.

Das Thema Sicherheit im Alltag muss jedenfalls die Schnittstelle Mensch-Technik von vielen Seiten betrachten. Die technisch bestmögliche Maschine wird nur sicher funktionieren, wenn das Bedienpersonal, der Mensch, die grundlegenden Sicherheitsvorgaben kenn und beachtet.

Ein weiterer Klassiker, auch wenn am ersten Blick nicht dramatisch, ist das offenhalten von Brandschutztüren. Die Kosten pro Türe, inkl. Rahmen und Montage, sind nicht unerheblich. Der Nutzen einer solchen Türe kurz zusammengefasst:

  • Verhinderung der Ausbreitung von Feuer und Rauch
  • Freihaltung von anderen (Flucht-)Bereichen von Feuer und Rauch
  • Sicherstellung das anwesenden Menschen flüchten können
  • Unterstützung eines Feuerwehreinsatzes

Betrachten wir nun nur diese vier Punkte ist es logisch und nachvollziehbar, dass die Aufschriften „Brandschutztüre geschlossen halten“ einen Sinn ergeben. Bei der Planung des Objekts wurden derartige Szenarien betrachtet. Die Brandschutztüren wurden verbaut um die Schutzziele zu erreichen.

Im laufenden Betrieb werden sie dann als störend empfunden und mit den unterschiedlichsten Maßnahmen offengehalten. Dadurch werden die vier Punkte einfach und schnell außer Kraft gesetzt. In der heutigen Zeit gäbe es ausreichende technische Mittel, die das offenhalten inkl. automatischem Schließen im Brand- bzw. Notfall ermöglichen würden. Warum diese Maßnahmen nicht immer gesetzt werden ist mir unerklärlich.

Das Brandschutztürenbeispiel ist eines von vielen. Wir haben uns in unserem Alltag angewohnt, dass wir Sicherheitsmaßnahmen als störend und hinderlich ansehen. Dabei vergessen wir oftmals die Schutzfunktionen.

Integriertes Sicherheitsmanagement

Der Weg führt ganz klar zu einem allumfassenden integrierten Sicherheitsmanagement. Safety und Security Schritte müssen Teil der jeweiligen Prozesse sein. Dadurch kann das bestmögliche Maß an Sicherheit erreicht werden.

Sicherheit wird nicht durch ein Zertifikat an der Wand bzw. in der Betriebsanleitung erreicht. Sicherheit in allen Bereichen ist das Ergebnis aus vielen unterschiedlichen Faktoren.

Das Ziel sollte immer sein:

Am Ende des Arbeitstages / der Tätigkeit sollen alle Personen gesund und sicher nach Hause kommen.

Daraus lassen sich viele weitere Faktoren ableiten, die das Thema Sicherheit leicht verständlich darstellen.

Wie siehst du das Thema Sicherheit? Alles klar? Alles sicher?

bis demnächst in diese Theater.

stay safe and make some noise.

meier & out

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